Aokigahara – Der Suizid-Wald

Geschrieben am 26.10.2015 von Nina in Japan und Lifestyle

Der Aokigahara-Wald am Fuße des Fuji ist auch bekannt als „das Meer von Bäumen“. Er befindet sich westlich vom Saiko und südöstlich vom Shoji-See zwischen den Gemeinden Fujikawaguchiko und Narusa der Präfektur Yamanashi und erstreckt sich über etwas 35 km².
In diesem Gebiet liegt auch die Narusawa-Eishöhle. Am 24. Februar 1926 wurde der Wald als „Urwald des Fuji und Aokigahara-Wald“ zum Naturdenkmal ernannt. Die Waldfläche von über 3000 Hektaren ist auf Lava erblüht. Durch das entstandene Dickicht, das von Menschen fast unberührt ist, gilt als so dicht und eintönig, dass man schon auf kurze Entfernung die Orientierung verliert. Personen können kaum wieder aufgefunden werden.

 

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Für viele Japaner ist dieser Wald gleichbedeutend mit Selbstmord. Kein Wunder! Denn alleine im Jahr 2009 wurden 45 Leichen im Aokigahara-Wald entdeckt. Alle hatten Selbstmord verübt. 195 Menschen mussten von der Polizei aus dem Wald geholt werden, um sie vor dem Tod zu bewahren. Und das war der Stand 2009!

 

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Populär wurde der Wald in den 60er Jahren unter den Suizidenten. Seit der Bestsellerautor Matsumoto Seicho eine Protagonistin seines 1960 erschienen Romans (Der Wellenturm) wegen gebrochenem Herzens am Fuße des Fuji Suizid begehen ließ. Er beschrieb Aokigahara als einen Ort, an dem alles beenden könne. Das Internet hat den Ruf des Waldes weiter mystifiziert. Seitdem pilgern Suizid-Gefährdete aus ganz Japan zum Sterben in den Aokigahara.
Viele gehen so tief in den Wald um sich das Leben zu nehmen, dass sie erst Jahre später oder gar nicht gefunden werden. An manchen Stellen des Waldes findet man Überreste der Selbstmorde. Neben Seilschlingen oder Gürtel, die als Schlingen benutzt worden sind, findet man auch Überreste von Menschen. Knochen und teilweise nahezu komplette Skelette.

 

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Auf Grund dessen kursieren zahlreiche Spukgeschichten und moderne Sagen über den Suizid-Wald. Angeblich soll dort ein mysteriöses Magnetfeld bestehen, das Kompasse und Elektronik unbrauchbar macht.
In ganz Japan ist Aokigahara für seine Geister und Dämonen bekannt. Sie sollten Nachts im Wald erscheinen und selbst Nicht-Selbstmörder dazu bringen, sich das Leben zu nehmen. Der Ort soll verflucht sein und von den unruhigen Seelen der Verstorbenen wimmeln. An manchen Nächten, soll man sie schreien, weinen und jammern hören. Sogar die Bäume selbst des Waldes sollen voll von boshafter Energie sein.
Für diese Behauptungen gibt es natürlich keine Belege. Das japanische Milität und die US-Armee führen in dem Gebiet regelmäßig gemeinsam Manöver durch und konnten bisher keine ungewöhnlichen Aktivitäten verzeichnen.

 

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Dennoch lässt sich eine negative und unangenehme Stimmung des Waldes nicht leugnen!
Die Behörden haben am Rande des Waldes in ihrer Station einen Raum eingerichtet, in welchen die geborgenen Toten gebracht werden. In diesem stehen zwei Betten. Eines für den Toten und das andere Bett für eine „Totenwach“. Man glaubt, dass der einsame und veriirte Tote – wenn allein gelassen – die ganze Nacht schreit und die Leiche von selbst in die Schlafquartiere der Mannschaft wandert. Aus diesem Grund wird immer ein Mann abgestellt, um dem Toten Gesellschaft zu leisten.

 

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Fast täglich erhalten die Behörden der Präfektur Yamanashi Telefonanrufe, in denen vor möglichen Suizidfällen gewarnt wird. Patrouillen und Beschilderungen mit Hinweisen auf die Angebote der Telefonseelsorge sollen ein weiteres Ansteigen der Suizide verhindern. Wie erfolgreich diese sind, kann man auf Grund der Dunkelziffer nicht sagen.

 

Bildquelle:
blog.insureandgo.com
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