Ein Besuch im Maid-Café maidreamin

Geschrieben am 30.11.2015 von Nina in Allgemein Eventberichte Japan und Lifestyle My Costumes Reportagen Über uns

Von diesem besonderen Besuch muss ich euch persönlich erzählen, schließlich gibt es genug objektive und allgemeine Berichte über Maid-Cafés. An dieser Stelle möchte ich gleich sagen: Ja, ich mag süße Speisen, ich mag auch Japan und die Kultur. Allerdings mag ich dieses Quietschige nicht und mit kawaii Moe-Moe-Stuff komme ich auch nur in Maßen klar!

 

Im November war ich in Bangkok. Bangkok hat viele riesige Einkaufszentren und im MBK (eines dieser Einkaufszentren) befindet sich in einem der obersten Stockwerke das Maid-Café maidreamin. Das maidreamin ist eine Maid-Café Kette aus Japan und hat in Thailand ihren ersten ausländischen Sitz.
Einige von euch kennen bestimmt die Maid-Cafés auf den deutschen Conventions und wer dachte, das ist eventuell was Ähnliches wie in Japan, liegt total falsch. Japan ist wirklich eine ganz andere Welt, genau wie Bangkok.

 

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Aber fangen wir einfach mal ganz von vorne an. Ein Maid-Café ist eine besondere Art von Restaurant, die um das Jahr 2000 in Akihabara, Tokyo aufkam und der Otaku-Szene zuzuordnen ist. Ganz typisch für diese Cafés sind optisch ansprechende Kellnerinnen im Dienstmädchenlook. Manchmal sind es auch Schuluniformen oder andere Outfits die irgendwie zu Cosplay passen. In diesen Cafés passiert so eine Art Rollenspiel. Als Gast ist man quasi der Meister oder Herr, oder Herrin oder Hime (Prinzesin) und wir sehr zuvorkommend „bedient“. Die Kellnerinnen sind besonders niedlich und moe und die Speisen sind besonders süß verziert.
Das stimmt natürlich so weit und ist auch allgemein bekannt!

 

Nun gut, im MBK habe ich also dieses maidreamin entdeckt und wollte das einfach mal ausprobieren. Ich wollte auch endlich mal süße Animu-Speisen zu mir nehmen und wollte natürlich auch wissen ob ein Maid-Café wirklich so ist wie es beschrieben wird. Also sind wir mutig rein maschiert! Das Café war leer. Wir haben keine Ahnung wie der Betrieb so ist in Bangkok. Vielleicht waren wir einfach zu einer blöden Uhrzeit dort, oder vielleicht ist das einfach zu viel moe moe für die Thais. Keine Ahnung.
Mein Männlein und ich waren also die einzigen Gäste und sind herzlich empfangen worden von einer Bedienung in Schuluniform. Natürlich war die Bedienung eine kleine zuckersüße Japanerin, die uns zu unserem Platz gebracht hat. Das Maid-Café wurde uns erklärt, Speisekarten mit Benimm-Regeln vorgelegt und zu meinem Leid sind niedliche Spielchen Pflicht in einem Maid-Café. Was ich damit genau meine, erkläre ich gleich.
Das Mädel stellt uns nach der Belehrung eine Kerze hin und mit dem Lichtchen geht das Spiel los. Die Kerze zeigt an, wann man das Spiel spielt. So lange sie an ist, ist man in der Welt von maidreamin und ist Master und/oder Mistress. Wenn sie wieder erlischt, ist man quasi zurück in der Realität.

Die Regeln, die man gleich hingelegt bekommt, sind eigentlich eher Verbote. Besucher dürfen die Maids nicht anfassen, ihnen keine Geschenke geben, keine Fotos ohne zu fragen machen, keine privaten Sachen fragen und auch sonst nicht in ihre Privatsphäre eindringen. Macht natürlich auch Sinn und die Regeln sind schließlich zum Schutz der Maid da.

 

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Die Speisen und Getränke sind alle sehr ansprechend und wir konnten es kaum erwarten zu bestellen. Leider konnte ich die Maid nur mit einem „Nyan-Nyan“ rufen und musste natürlich auch diese Bewegung dazu machen. Ja, sie haben gesehen, das ich bestellen wollte, und ja ich hab mich ziemlich geschämt sowas zu machen. Ich sagte ja, ich bin einfach nicht der Typ für sowas oder jemand der das kann und auch ansatzweise irgendwie mag oder niedlich findet. Aber es ist Teil des „Spiels“. Also hab ich mir ans Herz gefasst und ein möglichst neutrales „Nyan-nyan“ mit peinlicher Geste dazu abgerungen. Eine Maid kam natürlich gleich angeschossen, hat unsere Bestellung aufgenommen und ist in der Küche verschwunden. Mit dem Hime kam ich natürlich auch nicht so klar, aber es war besser als Mistress. Man durfte nämlich wählen, wie man lieber genannt werden möchte.
Nun gut, während wir auf unser Essen gewartet haben, habe ich natürlich nach gefragt ob ich den Laden und das Essen fotografieren darf und wurde gleich mit Katzen- und Hasenohren ausgestattet, die wir auch aufsetzen mussten. Und zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich Katzenohren auf!

 

Anhang 3

 

Als unsere Getränke und Essen gebracht worden sind, machten die Maids einen zugegeben echt niedlichen „Zauber“ damit es uns besser schmeckt. Und leider mussten wir den „Love Beam“ natürlich mitmachen. Geschmeckt hat es natürlich dann auch wirklich sehr gut! Wir bekamen auch beide niedliche Katzen mit Ketchup oder Sirup auf unsere Mahlzeiten gemalt Nach dem vierten „Love Beam“ war ich dann auch nicht mehr peinlich berührt und konnte das mit Humor nehmen. Das „Love Beam“ wurde nämlich bei jedem Getränk und jedem Essen gemacht. Für jeden von uns. Natürlich wurde auch geklatscht, wenn wir besonders gut waren.

 

Anhang 2

 

Diese Spielchen dienen sicher auch dazu, den ein oder anderen introvertierten Nerd (sorry für den Ausdruck!) zu knacken. Man darf und muss hier moe moe sein und man muss mit den Mädels zusammen die Magic-Spielchen vor jedem Gericht machen. Man hat also den Zwang zu sozialer Interaktion. Und hey, ich mag echt diesen ganzen Kitsch nicht und finde es albern, aber diese Damen haben sogar mich geknackt, das sogar ich ein bisschen Spaß hatte. XD
Und ohne Mist, ich habe wirklich noch nie so leckere Pfannkuchen gegessen und generell so einen leckeren Nachtisch gehabt!

 

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Zum Schluss haben wir gegen ein bisschen Geld noch ein Foto mit unserer „Maid“ gemacht und waren auch noch voll kawaii dabei!

 

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Nachdem wir gezahlt haben und uns bedankt haben, ist das Licht der Kerze aus und das Spiel ist vorbei. Ich denke grundsätzlich ist es wie ein Themen-Essen. Ähnlich Krimi-Dinner oder Mittelalter Abende auf einer Burg. Man geht hin und kriegt eine Show. Auch beim Krimi-Dinner ist es wichtig zu wissen ab wann gespielt wird und das der Todesschrei von Nebenan nicht echt war. Bei Maids ist es ähnlich: Die Besucher sollen wissen wann sie so Spielchen machen können mit der süßen Maid und wann nicht. Zum Schutz der Maids und der Kunden damit nicht einer doch noch sein Herz verliert.

 

Es natürlich mal ein besonderes und auch krasses Erlebnis für mich. Alleine würde ich nicht reingehen, dafür ist mir das zu abgefahren, aber ich denke in einer großen Gruppe wäre es durchaus echt witzig! Der Service ist natürlich grandios und zumindest das Essen im maidreamin in Bangkok ist richtig lecker! Wer also mal in Bangkok ist, sollte einen Abstecher ins MBK machen und das maidreamin besuchen. Natürlich nur, wer mit sowas gut kann. XD

 

Für mehr Informationen schaut mal auf der Website vorbei! (http://maidreamin.com/en)