Harajuku, Shibuya und Kouenji

Geschrieben am 14.01.2015 von Mari in J-Fashion Japan und Lifestyle

Unsere Eyelashes haben wir je nach Form einem unterschiedlichen Stadtteil von Tokio zugeordnet und genau diese Stadtteile wollen wir euch jetzt auch alle nach und nach vorstellen!

 

Heute dran sind die drei Fashion-Stadtteile, nach denen wir drei unserer Wimpern benannt haben: Harajuku, Shibuya und Kouenji. (Und wer sich die Wimpern dazu angucken will – hier sind Harajuku, Shibuya und Kouenji!)

 

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原宿 — Harajuku

 

Harajuku ist wohl der bekannteste der Stadtteile. Denkt man an Harajuku, fallen einem gleich Lolita, verrückte Kleidungsstile und Cosplay ein, man denkt vielleicht auch an die berühmte Cosplaybrücke oder an den Yoyogi-Park.
Einige Stars wie Gwen Stefani haben den Stadtteil noch berühmter gemacht und an Kyary Pamyu Pamyu kommt man in Harajuku fast nicht vorbei!

 

„Harajuku Style“ ist, auch wenn vermutlich doch jeder irgendwie etwas anderes darunter versteht, ein Begriff für viele geworden und selbst diejenigen, die mit Japan und japanischer Populärkultur nicht so viel am Hut haben kennen diesen Begriff meistens.

 

Selbst ist Harajuku eigentlich kein eigenständiger Stadtteil sondern nur die Bezeichnung für das Viertel um den Bahnhof, welcher übrigens 1906 gegründet wurde. Tatsächlich heißt der Stadtteil, in dem sich Harajuku befindet nämlich Jingumae.

 

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Auch sehr berühmt: die Brücke zwischen dem Bahnhof und dem Eingang zum Yoyogi-Park (wo man übrigens auch den Meiji-Schrein finden kann!), wird auch gerne die Cosplaybrücke genannt. Angeblick versammeln sich hier nämlich Sonntags Cosplayer und – ja, cosplayen. Tatsächlich ist dem aber nicht mehr so und es ist fraglich, ob das auch jemals genau so war. Ja, man findet einige Fotos von ~2002 herum, auf denen man viele „lustig gekleidete Leute“ auf der Brücke findet, und ja, das war auch tatsächlich mal ein Treffpunkt. Allerdings waren die „lustig gekleideten Leute“ eher Anhänger des Lolitamodestils oder Visual Kei Cosplayer. Nur sehr selten zeigen die Fotos tatsächlich Cosplayer die einen Anime- oder Mangacharakter cosplayen. Und auch wenn man heute Sonntags zu der Brücke geht ist es fast schon Glück, wenn man überhaupt noch jemanden, der „lustig gekleidet ist“ dort erwischt.

 

Dafür lohnt es sich aber die kleinen Seitenstraßen von Harajuku durchzugucken. Neben vielen Lolita-Boutiquen findet man hier auch coole Secondhand-Läden und öfters sieht man hier auch Lolitas durch die Straßen ziehen. Auch ists sehr zu empfehlen, sich die kleinen Cafes hier anzugucken.

 

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渋谷 — Shibuya

 

Geht, beziehungsweise fährt man von Harajuku nur eine Station weiter, landet man in Shibuya. Auch wenn einem Shibuya im ersten Moment nichts sagt, so kennt man die berühmte Kreuzung in Tokio – und die liegt in Shibuya, genauer gesagt am Westausgang des Bahnhofs Shibuya an der Sentā-gai, beziehungsweise Center-gai.

 

Kennt ihr den Film Hachiko? Bei dem ein Hund jahrelang auf sein Herrchen wartet? In Shibuya steht eine Statue von Hachiko! Die Statue ist ein beliebter Treffpunkt für Leute, weswegen es dort immer etwas voll ist, aber keine Panik, man kann trotzdem gut Bilder von der Statue selbst machen!

 

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Auch sehr berühmt ist das Kaufhaus Shibuya 109, was besonders die Gyarus unter euch kennen dürften. Eigentlich war der Name des Kaufhauses als Wortspiel gedacht. 10 spricht sich auf japanisch tō aus und 9 kyū, allerdings wird das Kaufhaus heutzutage häufig Ichi-Maru-kyū, also Eins-Null-Neun, genannt. Man kann sich hier modetechnisch auf 10 Stockwerken austoben und findet etliche Läden, die man bereits aus Gyaru-Zeitschriften wie der Popteen oder der Cutie kennt! Shoppingunbegeisterte Herren sollten aber vorgewarnt werden: nicht nur, dass dieses Kaufhaus, wie gesagt, 10 Stockwerke hat, nein, das Zielpublikum ist eher weiblich. Für Männer gibt es ein 109 MEN’S, welches auch an der Shibuya Kreuzung liegt, aber nicht direkt im Shibuya 109 selbst ist!

 

Schlängelt man sich etwas durch die Seitenstraßen von Shibuya kann man auch hier spannende Secondhand Läden finden, die sich modetechnisch auf alles mögliche spezialisiert haben und die preislich wirklich in allen möglichen Bereichen liegen. Aber auch den Dolly Kei Laden „Grimoire“ findet man in Shibuya, welcher definitiv auch einen Besuch wert ist!

 

高円寺 — Kōenji, beziehungsweise Kouenji

 

Okay, Harajuku – klare Sache, kennt man! Shibuya – jep. Aber Kouenji? Die Leseratten unter euch kennen Kōenji vielleicht aus Murakamis 1Q84. Kōenji ist noch recht unbekannt, aber diejenigen unter euch, die sich schon etwas länger mit japanischer Mode beschäftigen wissen schon, dass es quasi der neue Geheimtipp unter den Fashionliebhabern ist. In Kōenji finden sich etliche Vintage und Secondhand Läden, welche sich keinem bestimmten Trend unterwerfen sondern mehr oder weniger das machen, was sie gerade wollen. Die Marke „Spank!“ zum Beispiel, welche man aus der Zipper kennen kann, befindet sich in der Umgebung von Kōenji und vertreibt von dort aus ihre 80er inspirierte Plastik Pop Fairy Kei-artige Kleidung.

 

Doch auch Musikfans können in Kōenji wahre Schätze finden – nicht nur Bekleidungs-Secondhand Läden finden sich hier, sondern auch Plattenläden, die man stundenlang durchstöbern kann.

 

Verglichen mit den beiden oberen Orten mag Kōenji vielleicht etwas ruhiger sein – was schon alleine von der Lage her logisch ist – aber definitiv auch ein Besuch wert!