How to: Perücke mit Dreads

Geschrieben am 04.11.2015 von Mari in Föhn und Haarspray Tutorials

Unsere Johanna bastelt echt epische Perücken – und damit ihr das auch könnt, hat sie uns in ihr Geheimnis eingeweiht – und los gehts: Perückenstyling mit Plastikhaar!

 

Dreads, Dreads und noch mehr Dreads :-]

 

Viele von Euch kennen ja unsere Plastikhaarkollektion mit 38 bezaubernden Farben und in 5 praktischen Längen. Und… den Tressen. Diese seltsamen haarigen Tierchen, die bei uns im Lager in heimeligen kleinen Boxen schlummern.
Heute will ich Euch erklären, wie man aus unserem Plastikhaar Dreads macht und wie man mit diesem Wissen eine Perücke stylen kann.

 

Als erstes solltet Ihr Euch auf folgende Einkaufliste vorbereiten:

 

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1 Mariko mit oder ohne Pony
2-3 Tressen
Nadel und Faden (Ich benutze hier Maschinengarn 40)
1 Styroporkopf
1 Styroporkopfhalter
1 Glätteisen
1 Wasserzerstäuber
1 Rundbürste zum verfilzen der Haare
ein bisschen Wolle

 

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Hier spannt ihr mit Wolle einen Arbeitsfaden für die Dreads zwischen zb. Stuhlbeinen. Ich habe hier einen Klavierhocker zweckentfremdet. Die Tresse unterteilt ihr nun in dünne Strähnen und legt sie abwechselnd einmal vor und einmal hinter dem Faden, damit die Tresse an ihrer Naht auf der Schnur anliegt. Ich werde dünne Dreads machen, da ich beim Experimentieren damit die schönsten Erfolge erzielt habe.

 

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Ihr nehmt nun die erste Strähne zur Hand und klemmt den Rest unter eurem Knie oder Bein ein. Eine Tresse ist lang genug für solche Aktionen. Dann befeuchtet Ihr die Strähne mit dem Wasserzerstäuber. Das Ganze muss ordentlich feucht werden.

 

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Nun nehmt ihr die Rundbürste und zieht sie von der Spitze der Tresse langsam bis nach oben zur Naht. Dadurch toupiert ihr die Strähne vorsichtig. Bei dem Plastikhaar funktioniert das verfilzen ganz gut, wenn man genau das macht, wovon ich bei der Perückenpflege im Laden immer abrate. Also schön gegen den Strich kämmen und es schadet auch nicht die Strähne zwischen den Fingern zu reiben. Das Plastikhaar muss für unser Ergebnis aber nicht komplett verfilzt sein.

 

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Jetzt wird es heiß. Bitte aufpassen! Was jetzt kommt, macht ihr am besten nur mit dem Glätteisen, das ihr auch bei uns bekommt. Für alle anderen Geräte kann ich keine Erfahrungsberichte erzählen und das geht auf eure Verantwortung. Das Glätteisen wird ziemlich schnell heiß. Ihr legt die Strähne nun zwischen die Heizelemente und zieht mit moderatem Tempo die Strähne durch das Glätteisen. Folgendes wird passieren: Wasserdampf entweicht wie die wilde Wutz und es erklingt ein brutzelndes Geräusch. Toll, ne? Die Hitze verdampft das Wasser, welches ihr zuvor mit dem Wasserzerstäuber in die Plastikhaare gesprüht habt. Durch die Hitze aktiviert ihr das Plastikhaar und und es bleibt in der neuen Form. Es wird sich sogar zusammenziehen und so die unverwechselbare Form eines Dreads annehmen. Natürlich ist ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt. Je dünner die Haarsträhne ist, desto schneller solltet ihr das Glätteisen über den Dread ziehen, ansonsten habt ihr ganz schnell zwei Dreads in der Hand, weil euch das Ding schmilzt und abfällt. Je dicker der Dread, desto langsamer und intensiver geht man mit dem Glätteisen darüber.

 

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So sieht das nun also aus. Herzlichen Glückwunsch!

 

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Wenn man ein paar gemacht hat, sieht das dann so aus. Ein schönes Ergebnis.

 

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Wenn Ihr diese Technik nun für euch entdeckt habt, fragt ihr euch sicher, was man damit alles machen kann. Ich persönlich habe damit eine Perücke gestylt. Wie ihr der Liste oben entnehmen könnt, habe ich mich für eine Mariko entschieden. Aber worauf muss man nun alles achten?
Folgende Punkte solltet ihr genau durchlesen:

 

1. Eine Marikoperücke ist gestuft. Wenn ihr lange Dreads haben wollt, müsst Ihr Tressen einnähen. Mit Dreads verhält es sich wie mit geflochtenen Zöpfen – sie verringern das Volumen der Perücke und legen das textile Gerippe frei, auf denen die Tressen genäht sind, die eure Perücke ausmachen. Also: zusätzliche Tressen einnähen.

 

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2. Dann beginnt der Spaß: Tressenstrang für Tressenstrang werden nun Dreads gedreht. Diesmal aber direkt an der Perücke, welche ihr zuvor auf einem Styroporkopf fixiert habt, welcher wiederum auf der Styroporkopfhalterung ruht. Es ist sehr wichtig, dass Ihr die Dreads nicht willkürlich in die Perücke einbaut, weil Ihr eine gerade Naht braucht, um die Extratressen einzunähen. Also wenn ihr ein paar Reihen Dreads habt, legt sie immer wieder zusammen und über den Perückenkopf aus dem Weg.

 

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3. Das dauert. Lang. Ich habe knapp 30 Arbeitsstunden in diese Perücke investiert. Das Ergebnis sieht dann so aus:
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Das ist selbstverständlich nur eine Idee, eine Möglichkeit. Aber vielleicht wird nach so einer Arbeit manch einem bewusst, wieviel Arbeit und zeitlicher Aufwand in so ein Perückenstyling einfließt. Ich wünsche viel Erfolg!