Interview mit Horai Cosplay

Geschrieben am 08.02.2016 von Nina in Cosplayer Interviews

Cosplay macht mit einem Homie am meisten Spaß! Umso toller finden wir es, wenn man sich gesucht und gefunden hat! Wie Kago-chan und Yaiko. Die Beiden sind uns wegen ihrer tollen Inu Yasha Cosplays besonders aufgefallen.

 

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1. Kommen wir zur beliebten Einsteiger-Frage: Wie lange cosplayt ihr schon und wie seid ihr zu diesem wundervollen Hobby gekommen?

 

Yaiko:
2007 war ich das erste Mal auf einem Event ( Japantag Düsseldorf ), und das Jahr darauf wollte ich auch unbedingt im Cosplay dorthin, nachdem ich diese ganzen Mengen an Cosplayern gesehen hatte. Mein Erstes Cosplay war Kyuubi, der neunschwänzige Fuchs aus Naruto. Dadurch hat sich wohl auch mein Hang zu Fursuits (komplette Tierkostüme aus Kunstfell) entwickelt. Inuyasha war mein zweites Cosplay und das was ich am längsten getragen habe. Als ich dann 2014 Kago-chan auf der Leipziger Buchmesse getroffen hatte (im wahrsten Sinne, ich hab sie ausversehen mit Tessaiga erwischt) kamen einige Cosplays mehr hinzu.

 

Kago-chan:
2007 bin ich zur AnimagiC gekommen durch eine liebe Freundin, mit der ich mich über Animexx angefreundet hatte. Schon als kleines Kind war ich von Animes und Mangas fasziniert. Als ich durch Zufall dann erfahren habe, dass es Conventions auch in Deutschland gibt, war ich hellauf begeistert, Leute kennenlernen zu dürfen, die dieselben Interessen teilen. Damals noch eher in einem kleinen Dorf zu wohnen war da nicht sonderlich von Vorteil jemanden Gleichgesinnten zu treffen. Da mir erzählt wurde, dass viele auch dort kostümiert rumlaufen würden, habe ich mich gleich auch nach einem Cosplay umgeschaut, da ich selbst kein Stück nähen konnte. Das erste Cosplay war damals Kagome gewesen, die ich mittlerweile zum 4. Mal komplett erneuert bzw. neu genäht habe. Die Jahre darauf folgten immer mal wieder die AnimagiC oder die FBM als Ziel für meine Freunde und mich. Wirklich angefangen mit dem Hobby Cosplay allerdings habe ich erst nach der LBM 2014 als ich dann auch Yaiko persönlich getroffen hatte (oder eher sie mich) und mit ihr das Wochenende verbringen konnte. Wir hatten so viel Spaß und ich konnte ihr auch mit einem kleinen „Mach Platz“ schnell Paroli für die ständige Schwertklatsche bieten ^.~
Am meisten jedoch hat es mir gefallen Inuyasha als Cosplay zu verwirklichen und immer weiter auszubessern bis heute. Bis dato war Kagome ja eigentlich mein absoluter Liebling gewesen, ich hatte jedoch nie das Gefühl wirklich jemand anderen zu verkörpern, da dieser Charakter einfach viel zu sehr Ich gewesen ist. Bei Inuyasha hatte ich dann das erste Mal das Gefühl mich völlig fremd benehmen und handeln zu können, mal nen Kerl raushängen zu lassen, was mir enorm viel Freude bereitet hat. Und so kam ich dann erst wirklich in die Materie Cosplay und hab auch Spaß am selbst nähen und bauen gefunden.

 

2. Cosplayt ihr immer zusammen oder macht ihr auch mal unabhängig voneinander ein Cosplay?

 

Beide:
Anfangs hatten wir wirklich mehr darauf geachtet zusammen passende Cosplays zu tragen. Mit der Zeit jedoch hat sich das gelegt und wir machen auch schon mal etwas allein, da teilweise Geschmäcker oder Lust und Laune unterschiedlich sind. Zudem gehen Interessen auseinander, die zum Beispiel Fursuits betreffen. Oft sind wir auch als ein und derselbe Charakter unterwegs, Inuyasha mal als Paradebeispiel angeführt, da wir beide auf den Geschmack gekommen sind Kerle zu cosplayn.

 

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3. Was war bisher euer absolutes Lieblingsprojekt und warum?

 

Yaiko:
Bis jetzt ist es natürlich Kirara als Fursuit. Da ich die zweischwänzige Dämonenkatze immer schon mal als Cosplay machen wollte, aber keine Gijinka mag dachte ich mir, dass es ein kompletter Fursuit werden soll, in realistischem Style. Die Materialien für den Kopf waren recht schnell besorgt, nur haperte es dann bei dem Kunstfell am Geld. Kirara war dadurch lange Zeit ein Wunschprojekt welches unfertig bei mir Zuhause gelegen hatte, bis Kago-chan und einige weitere Freunde mir dann zu Weihnachten 2014 das restliche benötigte Kunstfell schenkte und ich Kirara bis zur Leipziger Buchmesse 2015 fertigen konnte. Es zu tragen ist allerdings eine ziemlich anstrengende Sache, es wird echt warm unter dem Pelz. Aber mal sehen, da sind noch einige Dinge in Planung die vielleicht Kirara den Rang ablaufen werden!

 

Kago-chan:
Eigentlich gibt es da mehrere Lieblingsprojekte. Zum einen war es damals Inu no Kami, Sesshoumarus Mutter, da es das erste komplett selbst gefertigte Cosplay war und ich einfach den Charakter und dieses unglaublich schöne Charakterdesign so sehr mag.
Ein anderes Projekt, woran ich sehr hänge, habe ich letztes Jahr kurz vor der Connichi innerhalb von 3 Wochen genäht und gebaut. Rinne von Kyoukai no Rinne, ebenfalls ein Werk von Rumiko Takahashi, hat mich etlichen Nerven gekostet, da ich das Muster des Haoris komplett aufgenäht und gestickt hatte, dementsprechend flogen in meinem Zimmer sicherlich über 100 kleine Einzelteile herum. Das war einerseits ein großes Hasscosplay, andererseits nach dem Ergebnis mitsamt der Sense doch mein Liebling geworden.
Inuyasha. Der darf eigentlich schon gar nicht fehlen. Den hatte ich ebenfalls die zwei Tage vor der Connichi 2015 nochmals komplett neu genäht, da mich diese Schulternähte und generell der Schnitt des alten Cosplays gestört hatten. Da ich mittlerweile ja durch viel Recherche wusste, wie das Original genäht werden müsste, wollte ich es unbedingt nochmal neu nähen. Generell sind über die Zeit einiges an Kleinigkeiten wie Zähnchen, Krallen und Co hinzugekommen. Und unter anderem war das dazugehörige Drachenschuppentessaiga auch das erste selbst gebaute Schwert von uns, was uns unglaublich viel Spaß gemacht hat x3

 

4. Wenn ihr zusammen ein Cosplay plant, welche Voraussetzungen müssen die Charaktere erfüllen, das ihr sie umsetzen möchtet?

 

Beide:
Wenn wir ein Partner-Cosplay planen sprechen wir uns natürlich ab, wer wen gerne machen würde. Alles in allem müssen uns die Charaktere sowohl charakterlich als auch optisch zusagen. Wir machen auch gerne mal denselben Charakter, das ist kein großes Problem für uns, falls wir uns mal nicht einigen können.
Und selbst wenn man sich mal geschworen hat keinen weiteren Jogging-Anzug mehr zu nähen… man näht ihn trotzdem, weil der Charakter an sich einem so zusagt und flasht, in diesem Falle mit Yato aus Noragami bei Kago-chan passiert. Ansonsten ist es uns auch wichtig nach Herausforderungen zu schauen. Wir wollen nicht immer etwas machen, wo wir genau wissen, dass wir das hinbekommen, sondern etwas wo wir auch viel ausprobieren und testen können in verschiedensten Kategorien wie Wig-Styling, Waffenbau, besondere Schnittkonstruktionen, LEDs, usw.

 

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5. Teilt ihr euch die Arbeitsschritte untereinander auf oder jeder näht sein Cosplay selbst?

 

Beide:
Es gibt bei uns eigentlich keine feste Aufteilung wer was macht. Hauptsächlich zuständig bin ich (Kago-chan) für die Nähmaschine, da ich durch das Studium Modedesign auch dementsprechend die Erfahrung mit Schnitterstellung und nähen besitze, während Yaiko sich gut mit Fellen und Fursuitbau auskennt. Jedoch helfen wir uns gegenseitig bei vielerlei Dingen, sei es nur ums Rat geben oder ums Nähte umbügeln oder Schleifen von Styrodur. Da Yaiko von Teilzeit auf Vollzeit gesetzt wurde bleibt nun natürlich weniger mögliche Zeit zum zu zweit arbeiten, daher bestreite ich meine Kämpfe mit den Stoffmassen und Worbla- und Styrodurplatten nun häufiger allein.

 

6. Wo liegen eure Stärken? Und was sind eurer Meinung nach eure Schwächen?

 

Yaiko:
Meine Schwäche liegt eindeutig in der Faulheit… manchmal kann ich einfach meinen Hintern nicht hoch bewegen, um endlich an was zu arbeiten. Eine Stärke ist wahrscheinlich, dass ich Kago-chan immer wieder aufbauen kann, falls irgendwas mal wieder nicht so hinhaut wie es sollte und sie sich dadurch entmutigen lässt. Sie ist so dermaßen perfektionistisch, dass ich davon `nen Rappel bekomme… ich selbst bin nicht so perfektionistisch was man wiederum als Schwäche auslegen könnte. Ansonsten liegen meine Stärken wahrscheinlich mehr im groben handwerklichen Bereich. Ich liebe es Dinge aus Styrodur zu schnitzen.

 

Kago-chan:
Ich denke, dass Nähen wohl eine meiner Stärken ist, da ich dies mittlerweile durch Studium auch recht gut beherrsche, ebenso das Konstruieren von besonderen Schnitten. Mein Perfektionismus macht mir das Hobby manches Mal jedoch zur Qual, wenn ich Nähte wieder auftrenne wo Yaiko der Meinung ist, dass das eh keiner sehen würde. Für mich sind solche Dinge jedoch sehr wichtig, ich weiß nicht, wie ich es erklären kann, aber wenn ich weiß, da ist ein Fehler… dann ist da einer! xD Da kann ich sogar dann von träumen, weil es mich nicht in Ruhe lässt. Hinzukommt, dass es mich schon einiges an Geld gekostet hat, da ich liebend gern auf leider doch recht teure Stoffe oft zurückgreifen möchte, aber dafür spar ich dann die Anzahl an Cosplays ein.
Was ich ebenfalls als Schwäche zählen würde ist meine Schüchternheit. Durch Cosplay hat sich dies mittlerweile einigermaßen gelegt, jedoch bin ich meist dennoch nicht der erste, der auf jemanden zugehen kann, weil ich es mich oftmals einfach noch nicht traue. Ansonsten bin ich recht experimentierfreudig und probiere gerne viel aus ehe ich mich auf eine Methode festlege. Was ich auch sehr gerne mache ist Bildbearbeitung. Da Yaiko meist die Bilder schießt (zum Bedauern, da ich sie nie wirklich vor die Linse getreten bekomme xD) häng ich mich umso mehr in die Bearbeitung rein und versuch mich in dem Bereich auch weiterzuentwickeln, da es mir sehr viel Spaß macht noch mehr aus Fotos rauszuholen.

 

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7. Gibt es ein Traumcosplay was ihr zusammen verwirklichen möchtet? Oder habt ihr es sogar verwirklicht?

 

Yaiko:
Mein Traumcosplay? Edward Kenway aus Assassin’s Creed: Black Flag! Boah, ich liebe diesen Piraten, und das Spiel sowieso. Den würde ich wirklich extrem gerne als Cosplay umsetzen, aber diese ganzen Details, oh je… Bisher verwirklicht habe ich Kirara, da ich die wie schon mal erwähnt auch immer schon mal machen wollte.

 

Kago-chan:
Ich hab ein Glas voll Dreeeck und rat mal was da drin ist?! xD
Ja, ich glaube das könnte eigentlich mein Traumcosplay gut beschreiben, Captain Jack Sparrow. Ob ich oder wir das jemals in Angriff nehmen, müssen wir mal schauen. Ich wüsste bisher überhaupt nicht, wo ich bei ihm anfangen müsste, so viel Klimbim. Ansonsten wäre die Alternative bei der Assassins Creed Reihe, wo ich gern mal was draus cosplayn mag. Ich liebäugle mit Ezio, Arno und Evie Frye.
Ein verwirklichtes Traumcosplay besitze ich allerdings auch bereits. Inuyasha ist und war und wird immer mein absoluter Liebling sein.

 

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8. Was macht ihr außerhalb von Cosplay? Habt ihr da noch irgendwelche ausgefallenen Hobbys?

 

Yaiko:
Kann man die Haltung von Vogelspinnen als Hobby bezeichnen? 😉 Im Ernst, ich hab ein Faible für Terraristik. Ich hatte auch eine Zeitlang Bogenschießen hobbymäßig nebenbei gemacht, konnte dieses allerdings nach der „Mach-Platz“-Sache auf der Leipziger Buchmesse 2014 nicht mehr fortführen, da ich mir so dermaßen die Schulter gezerrt habe. Ein Ziehen der Sehne vom Bogen war so nicht mehr möglich… Schade eigentlich, da ich da echt Spaß dran hatte. Aber jetzt habe ich ja meine achtbeinigen Kollegen zu versorgen 😉 Und ja…ich weiß wie schmerzhaft es ist aus dem vollen Lauf zu Boden gerissen zu werden… Inuyasha hat mein vollstes Mitgefühl, der arme Kerl xD

 

Kago-chan:
Uff… xD Wenn meine Freizeit nicht grade für Cosplay oder Kollektionsnähen der Uni geopfert wird, dann gehe ich liebend gern Bogenschießen. Besonders das intuitive Bogenschießen mit Langbögen hat es mir angetan. Nachdem ich auf der LBM auch schon mit den japanischen Bögen schießen durfte, würde ich zukünftig auch gerne mal diese Art des Bogenschießsports in Angriff nehmen. Ansonsten zocke ich auch mal gern an der Konsole, gehe mit Freunden aus, das übliche eigentlich.

 

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9. Auf welchen Part beim Cosplay freut ihr euch am meisten? Das Einkaufen für das nächste Cosplay? Das Nähen oder Basteln? Oder vielleicht nur das Tragen?

 

Yaiko:
Worauf ich mich freue ist das basteln! Wenn es wieder um Props geht, um Waffenbau, darauf freue ich mich richtig! Eher weniger auf das Aufräumen danach, diese Styrodur-Schnippsel sind echt eine Qual… Man denkt man hat alles mit dem Staubsauger erwischt, dreht sich um… Sind da doch tatsächlich schon wieder welche, hachja. Allerdings freue ich mich auch auf das Tragen, wenn dann der Tag da ist wo alles fertig ist und passt und es endlich damit auf eine Con geht x3 Aaach irgendwie ist bei jedem Schritt der Cosplayfertigung etwas Freude bei. 🙂

 

Kago-chan:
Also eigentlich freu ich mich allein schon, wenn ich in meiner Welt, dem Stoffgeschäft bin. Wenn es nach der Auswahl der Stoffe dann jedoch zur Kasse geht sinkt die Freude eher wieder. So manches Mal hatten wir uns gefragt, ob wir durch die gelassene Summe auch einen Anteil am Geschäft bekommen würden x,D
Nein, Quatsch beiseite. Mir macht es einfach Spaß, wenn ich zum Beispiel den Anfang im Blick habe, tausend Teile, die verteilt liegen und dann später erkenne, dass sie sich wie ein Puzzle zusammenfügen. Ich freu mich jedoch am allermeisten, wenn ich mit dem Cosplay nähen fertig bin und alles so funktioniert hat, wie ich es mir gewünscht habe. Das ist auch das Schöne an dem Hobby, man hält ein Resultat in den Händen, was man selbst geschaffen hat. Genauso ergeht es mir mit den Details drumherum, Accessoires oder Waffen. Man hatte anfangs eine Platte Styrodur oder eine Rolle Plastazote und Worbla und Schwups, wird daraus ein Katana oder eine monströse Waffe. Vielleicht alles nicht immer perfekt, aber darum geht es auch gar nicht. Man hat etwas geschaffen, was man tragen kann und worauf man stolz sein kann. Da ist eine Con zusammen mit Freunden dann natürlich auch der perfekte Ort, um zu zeigen, was man liebt! x3

 

10. Gibt es ein Material oder einen Stoff den ihr unbedingt mal für ein Cosplay verarbeiten möchtet?

 

Yaiko:
Für ein persönliches Projekt würde ich sehr gerne mal Worbla nutzen. Für einen Eigenchar (mein weißer Akita Inu Fursuit namens „Yaiko“) wollte ich eine Samurai-Rüstung anfertigen. Bisher konnte ich mit dem Thermoplast noch nicht experimentieren, wahrscheinlich würde ich mir dabei auch sämtliche Finger verbrennen… Aber ja, das wäre etwas was ich gerne mal ausprobieren möchte. Kago-chan hat mit dem Material ja bereits arbeiten können, und ich finde die Möglichkeiten damit interessant. Auch Metall ist als Werkstoff für Rüstungen interessant, aber da sind einem wahrscheinlich ohne das geeignete Werkzeug die Hände gebunden. Ansonsten habe ich mein Lieblingsmaterial im Kunstfell gefunden, auch wenn ich danach vollgefusselt bin arbeite ich extrem gerne mit dem flauschigen Stoff. Ich hatte schon Mal scherzhaft gemeint, wenn ich noch mehr Fell verschlucke, würge ich irgendwann einen Haarball hoch wie eine Katze xD

 

Kago-chan:
LED-Glasfaser-Stoff würde ich sehr gern einmal nutzen. Speziell für ein Cosplay eher weniger, aber man kann daraus sicher einige schöne Eigenkreationen machen. Man kann damit unglaublich schöne Kleider zaubern, ich bewundere generell immer dieses gute Zusammenspiel zwischen Stofflichkeit und Techniken.
Ebenso wäre Transpaart sehr interessant für ein paar Waffenprojekte, die ich noch realisieren möchte, in denen es besonders um Lichter geht.

 

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11. Habt ihr euch durch Cosplay kennen gelernt? Oder kanntet ihr euch schon vorher?

 

Beide: Im Grunde kannten wir uns schon recht lange, seit 2006 eigentlich, da wir zusammen ein RPG auf Animexx.de aufgebaut haben. Aufgrund von Abitur war Kago-chan dann allerdings aus dem RPG ausgestiegen und wir hatten uns ein bisschen aus den Augen verloren. Real getroffen hatten wir uns bis dato noch nicht. Irgendwann sind wir uns dann zufällig flüchtig auf der DoJaKu in Dortmund begegnet und haben uns dann danach auch wieder aus den Augen verloren… Dann kam wieder eine kurzzeitige Begegnung auf einer Animagic zustande, wo ich (Yaiko) natürlich direkt mit meiner Schusseligkeit glänzen musste… Erstes Treffen auf der Ani: Yaiko ist noch heile. Beim zweiten Treffen zehn Minuten später: Yaiko hat nen Verband am Fuß. Kaninchenlöcher sind schon echt fiese Dinger. Aber auch dadurch kam kein wirklich starker Kontakt zustande, der kam erst auf der Leipziger Buchmesse 2014. Diese Begegnung war auch herrlich. Yaiko steht als Inuyasha, mit einem übergroßen Tessaiga auf der Schulter im Gang und beobachtet die japanischen Bogenschützen. Dann kam nur ein „Ja, sprecht sie doch einfach mal an!“ von einem Kumpel, und man drehte sich um, verpasste dann der gesamten Gruppe die hinter einem Stand eins mit Tessaiga…und dann sah man sich und dachte so, Moment mal, wir kennen uns doch! Seit dem unternehmen wir ziemlich viel zusammen :3

 

12. Und kommen wir zur letzten Frage: Wenn es etwas gibt, was ihr an der Cosplayszene ändern könntet, was wäre das?

 

Beide:
Das Wettbewerbsdenken mancher. Es ist total in Ordnung, wenn man an Wettbewerben teilnimmt, aber mittlerweile wird es auch auf die Normalität der Cosplayszene übertragen. Ist man zu dick? Zu dünn? Ist man zu klein? Zu groß? Ist das Cosplay „nur“ gekauft? Unschöner Stoff, schlecht verarbeitet? Es wird viel gelästert, meist auch hinter vorgehaltener Hand. Leider aber auch bekommt man immer wieder mit, wie jemand offen jemand anderem unkonstruktive Kritik ins Gesicht klatscht. Das ist einfach unschön und zeugt von unsozialem Verhalten.
Man kann für sich selbst vielleicht perfektionistisch sein, aber man hat nicht das Recht sein „Niveau“ auf andere übertragen zu dürfen. Es ist vollkommen egal, ob etwas gekauft ist oder selbst genäht, es gibt genug Gründe, dass man es sich kauft, sei es aus Zeitmangel, keine Nähmaschine oder sonstiges. Und es hat auch niemand sich zu rechtfertigen, wieso es nun mal nicht selbst genäht ist. Ebenso hat auch niemand das Recht andere aufgrund der Äußerlichkeiten zu beleidigen. Wenn es einem nicht gefällt, soll derjenige halt wegschauen und gut. Das Gefühl, perfekt sein zu müssen ist mittlerweile schon extremer vorhanden.
Äußerungen wie „Wenn man es nicht richtig macht, soll man es gar nicht machen“ sind unserer Meinung nach fehl am Platz. Leben und leben lassen. Es hat sich niemand in andere Angelegenheiten einzumischen, jeder definiert sein Hobby anders, jeder teilt seine Freizeit dafür anders auf und das ist auch gut so. Perfekt ist nicht immer perfekt. 😉
Was generell auch sehr schade ist, dass man mittlerweile keine wirklichen Fantreffen in dem Sinne mehr hat. Wir finden es immer schön, Charaktere aus derselben Serie zu treffen, egal ob sie nun mal doppelt, dreifach, vierfach usw. sind. Leider erleben wir es auch immer häufiger, dass Personen, die einen Charakter cosplayen, der schon vorhanden ist, regelrecht ignoriert werden. Es wäre schön, wenn alles wieder etwas offener für alle wäre, das erleichtert auch erheblich den Einstieg von jüngeren Leuten, die sich für Cosplay auch interessieren, aber eben halt nicht so perfekt sind, wie manche es gerne hätten.

 

Vielen Dank für das tolle Interview! Wer mehr von Horai Cosplay sehen möchte, schaut auf der Facebook-Seite vorbei!