Interview mit Kazekami

Geschrieben am 10.02.2017 von Nina in Cosplayer Interviews

Der Kazekami ist bei unseren Patenkindern der Hahn im Korb. Wir haben im Vorfeld schon sehr gute Erfahrungen mit ihm gemacht. Er war bereits zweimal spontan als Model für unsere Maskenbildnerin eingesprungen und menschlich passt es auch perfekt bei uns. Umso größer war die Freude, als er sich für eine Zusammenarbeit mit uns gemeldet hat. Aber nicht nur menschlich ist Kazekami total hip, sondern auch beim Cosplayen. Wir haben mit Kazekami über die Patenschaft und Cosplay gesprochen. Wie er die Patenschaft empfindet und wie er als Mann die Cosplay-Szene erlebt, erfahrt ihr, wenn ihr weiter lest.

 

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1. Warum hast du dich für die myCostumes-Patenschaft beworben und was hast du dir von diesem Projekt erhofft?

 

Weil ich schon in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen mit den Produkten von myCostumes gemacht habe und gerne auch weitere Artikel aus dem Sortiment ausprobiert hätte, allerdings nicht die Möglichkeit dazu bestand. Ich erhoffe mir, einige meiner Traumcosplays umsetzen zu können und meine handwerklichen Fähigkeiten mit den unterschiedlichen Produkten verbessern zu können. Zudem versuche ich stets neue Methoden und Möglichkeiten zu finden, bekannte Probleme im Bereich des Prop- und Armor-Making zu lösen.

 

2. Was war das erste Projekt was du im Rahmen der Patenschaft angegangen bist?

 

Das erste Projekt war Yoshimitsu aus Tekken 3. Tatsächlich bin ich mit diesem auch noch nicht ganz fertig geworden, da ich Dieses so perfekt wie möglich umsetzen will. Dies ist zudem das Projekt, mit dem ich langlebiges Vorurteil aus der Cosplayszene beseitigen will. Und zwar, dass ein Cosplay gleichzeitig gut aussehen, stabil, wetterfest und zudem noch bequem sein kann.

 

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3. Durch die Patenschaft hattest du die Gelegenheit ein paar unserer Produkte auszutesten. Konntest du dich für ein Produkt besonders begeistern?

 

Bis dato konnten ausnahmslos alle Produkte aus dem myCostumes Sortiment mit ihrer Qualität glänzen, was mich allerdings besonders begeistert hat, war der Schwarze Glimmermörtel und das Gesso Spray. Mit den beiden habe ich endliche eine gute Alternative zu Spachtelmasse und Sprühgrundierung gefunden. Ich werde in nächster Zeit jeweils ein Review zu den beiden Produkten machen, in denen ich meine Erfahrungen, Tipps und Hinweise erläutern möchte.

 

4. Welches Cosplay möchtest du im Rahmen der Patenschaft noch unbedingt angehen?

 

Sobald Yoshimitsu abgeschlossen ist, wollte ich Olgierd von Everec aus The Witcher 3 Hearts of Stone angehen. Das wird das erste Cosplay sein, für das ich mir (zumindest teilweise) den Kopf rasieren werde. Ich habe fast ein wenig Angst davor. xD

 

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5. In welchen Bereichen konntest du dich im Rahmen der Patenschaft weiter entwickeln?

 

Die myCostumes Partnerschaft bot mir nicht nur die Möglichkeit neue Materialien auszuprobieren, sondern auch viele wunderbare Menschen kennen zu lernen, mit denen man sich über Techniken und Methoden im Bereich des Cosplays austauschen konnte.
Ich würde sagen, dass meine Stärken im Bereich des Prop Making liegen. Diese Stärken konnte ich definitiv noch weiter ausbauen.

 

6. Sprechen wir doch mehr über Cosplay. Gibt es Aspekte auf die du während der Anfertigung eines Kostüms besonders viel wert legst?

 

Neben der Originalgetreuheit, würde ich sagen, dass mir Bequemlichkeit sehr am Herzen liegt. Viele scheinen diesen Aspekt gerne zu übersehen, doch finde ich, dass genau dies eine Convention oder ein langes Shooting umso schöner macht.
Ansonsten bin ich ein großer Fan von sauber bearbeiteten Oberflächen. Ein Schwert oder eine Rüstung sieht dann am beeindruckendsten aus, wenn die Oberfläche spiegelglatt ist.

 

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7. Du bist in unserer Patenkindgruppe der Hahn im Korb. Wie erlebst du generell als Mann die Cosplay-Szene?

 

Dies ist eine ziemlich schwere Frage und ich kann auch nicht objektiv deuten, inwieweit mein Geschlecht, meine Sicht auf die Szene beeinflusst. Die Cosplayszene steckt voller kreativer, interessanter, lustiger Menschen und bietet vielen die Möglichkeit, mal eine andere Seite von sich zu präsentieren. Ich habe sehr viel Spaß an diesem Hobby und freue mich, Teil dieser Community zu sein!

 

8. Glaubst du, dass man als Mann in der Cosplayszene benachteiligt ist? Wenn ja, warum?
Und was glaubst du sind die Vorteile als Mann in der Community unterwegs zu sein?

 

Ich glaube nicht, dass man als Mann in der Cosplayszene benachteiligt ist. Im Gegenteil, dadurch, dass nicht allzu viele von uns den Weg zu diesem Hobby gefunden haben, denke ich, dass es leichter ist, mit besonderen Kostümen aus der Masse herauszustechen.

 

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9. Cosplay besteht aus vielen Disziplinen. Man näht, bastelt, stylt Perücken, schminkt sich und präsentiert vor der Kamera seinen Helden. Welche dieser Disziplinen macht dir am meisten Spaß und wo glaubst du, kannst du dich noch verbessern?

 

Ich arbeite leidenschaftlich gern in allen handwerklichen Disziplinen. Prop- und Armor-Making würde ich zu meinen Favoriten zählen. Deutlichen Verbesserungsbedarf habe ich allerdings beim Stylen von Perücken und in allerlei Näharbeiten. Bis dato habe ich immer versucht, diese Bereiche zu umgehen oder habe um Hilfe gebeten. Deswegen setze ich mir für dieses Jahr zumindest das Ziel, meine Fähigkeiten in der Nähkunst zu verbessern.

 

10. Hand aufs Herz: Männer und Make-up beim Cosplay. Wie stehst du dazu? Wie wichtig ist dir Make-up beim Cosplay?

 

Make-Up ist eine absolute Notwendigkeit, wenn man seinem Charakter Leben einhauchen möchte. Vor allem, wenn es darum geht, sich ablichten zu lassen. Und wenn man bedenkt, dass die meisten Charaktere gezeichnet, animiert oder in Filmen spielen, wo sie ebenso viel Make-Up tragen müssen, sollten die Männer da schon gerne über ihren Schatten springen.

 

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11. Hast du andere männliche Cosplayer, die für dich ein Vorbild sind? Wo du sagst: „Ja, da möchte ich auch mal hin!“

 

Ich weiß selber noch nicht so recht, wo ich mit Cosplay irgendwann mal hin möchte. Aber wenn es um Qualität und die Liebe zum Detail, würde ich mich gerne mal auf dem Niveau von Junkers Cosplay Inc. sehen.

 

12. Mit Holz hast du schon einige wundervolle Props gefertigt. Gibt es einen anderen Werkstoff der dich reizt und mit dem du gerne mal arbeiten möchtest?

 

Ich würde sehr gerne mal was aus echtem Stahl oder Gold schmieden 😀

 

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13. Und zur letzten Frage: Du hast ein paar Monate in Japan verbracht. Konntest du dort einen Einblick in die Anime/Manga/Cosplay Community erhaschen? Wenn ja, wie hast du die Szene dort wahr nehmen können?

 

In den sechs Monaten, in denen ich in Japan leben konnte, habe ich einen sehr differenzierten Eindruck in Bezug auf diese Community erlebt. Anime und Manga scheint, im generellen Bewusstsein, als Kulturgut angesehen und akzeptiert zu sein. Allerdings würden dennoch nicht viele zugeben, diese selber zu konsumieren. Viel extremer scheint dies mit Cosplay zu sein. Viele haben sich sehr gefreut und waren positiv überrascht, als sie rausfanden, dass ich Cosplayer bin. Allerdings würden die Wenigsten selber zugeben dieser Szene anzugehören. Dies scheint in Japan immer noch zu den sensibleren Themen zu gehören.

 

Danke für das tolle Interview. Wer mehr episches Zeug von Kazekami sehen möchte, sollte unbedingt auf seiner Seite vorbei schauen!