Interview mit Rolana Cosplay

Geschrieben am 13.06.2016 von Nina in Cosplayer Interviews

Rolana überzeugt nicht nur als epischer Held Thor, sondern lässt mit Helden für Herzen als Prinzessin Arielle die Kinderherzen höher schlagen! Wir haben Rolana ein bisschen zu ihrem Cosplayer-Dasein ausgefragt. Wenn ihr wissen möchtet, was die Gute sonst noch so treibt, könnt ihr hier erfahren!

 

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1. Um warm zu werden starten wir mit der beliebten Einsteigerfrage: Wie bist du auf Cosplay aufmerksam geworden und wie lange übst du dieses Hobby schon aus?

 

Ich war schon immer eine kleine Zockerin und habe damals World of Warcraft gespielt (schon zu Classic-Zeiten). Immer haben mich die Rüstungen der Charaktere begeistert und ich habe im Spiel jede Möglichkeit ausgekostet meine Lieblingsrüstung zu tragen (Transmogrifikation für die Insider ). Bei Filmen und Comics war ich immer mehr an den Klamotten der Darsteller interessiert, als an der Handlung und während meiner Schulzeit habe ich mich zu Karneval schon lieber als Lara Croft und nicht als Clown verkleidet. Da ich nebenher Reenactment betreibe, hängt mein Herz an der Umsetzung detailgetreuer und authentischer Gewandungen. Im Frühjahr 2012 wollte ich dann unbedingt ein „Kostüm“ umsetzen und habe angefangen im Internet zu recherchieren. Im Zuge dieser Recherche bin ich das erste Mal auf das Thema Cosplay aufmerksam geworden. Nach dem Studium von zahlreichen Tutorials und Anleitung habe ich mir dann Worbla zugelegt und das Ziel war damals ganz klar: eine eigene Version des Comic Thors produzieren. Das ganze sah am Ende dann mehr schlecht als recht aus, aber ich war stolz auf mein erstes Cosplay.

 

2. Gibt es Charaktere die du beim cosplayen bevorzugst?

 

Ich cosplaye eigentlich nur Charaktere mit denen ich etwas verbinde oder die ich vom Charakter und der Art total klasse finde. So habe ich mir z.B. mit meinen beiden Arielle Cosplays einen Kindheitstraum erfüllt. Als kleines Mädchen habe ich Arielle geliebt und mindestens einmal pro Woche musste mir meine Mutter den Film anmachen. Mit Sailor Mars bin ich aufgewachsen und wollte beim Spielen mit meinen Freundinnen schon immer wie sie sein. Und bei Thor hat mich einfach alles fasziniert, der Charakter, die Art, seine Stärke, die nordische Mythologie und und und.

 

3. Was nervt dich und was findest du besonders toll an diesem Hobby?

 

Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten seine Ideen umzusetzen und Ding in einer anderen Weise Leben einzuhauchen. Das finde ich total spannend. Die Umsetzung einer anderen Version, z.B. Genderbender oder das pimpen eines normalen Disneykleides. Der Kreativität sind beim Cosplay keine Grenzen gesetzt und man kann richtig aufblühen. Man wird auch nicht bei der Umsetzung gebremst, da es unendlich viele Materialien gibt, die man nutzen kann. Besonders lobenswert sind hier die ganzen Tutorials anderer Cosplayer. Es ist toll, dass man sein Wissen teilt und nicht für sich behält. Die Hilfsbereitschaft der Community ist sehr hoch, dazu kann ich wirklich nur sagen „Daumen hoch“, tolles Miteinander und Danke für die Unterstützung! Aber auch die Hilfsbereitschaft sich mit seinem Hobby sozial zu engagieren, finde ich super! Ich bin Gründungsmitglied und stellv. Vorstand bei Helden für Herzen. Wir sind alle Cosplayer mit kinderfreundlichen Cosplays, die es sich zur Aufgabe gemacht haben lebenslimitierenden Kindern eine Freude zu bereiten. Wir besuchen z.B. Kinderhospize, Kinderkrankenhäuser, Heime oder gemeinnützige Veranstaltungen und Unterstützen Institutionen Hemmungen gegenüber schweren Themen wie z.B. dem Tod abzubauen. Menschen fällt es eindeutig leichter über Superhelden und Prinzessinnen das Eis zu brechen. Diese Arbeit ist nicht immer einfach, aber dafür lohnenswert! Das Lachen der Kinder entschädigt den ganzen Stress des Kostümbaus ebenso wie ein schönes Foto auf einer Convention.

 

Nervig finde ich aber die Einstellung einiger Leute zum Thema Freizügigkeit. Für viele scheint ein Cosplay nur gut zu sein, wenn man Haut und Busen zeigt. Gerade bei Genderbender-Versionen wird oft auf Sex sells gesetzt. Und gefühlt nimmt diese Art von Umsetzung zu. Diese Tendenz finde ich jedoch bedenklich, da es ein falsches Bild erzeugt, gerade bei Neueinsteigern oder Leuten, die einfach mal wissen wollen „Was ist Cosplay“. Cosplay ist aber so viel mehr als nur nackte Haut.

 

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4. Cosplay erscheint für Außenstehende oft ein sehr verrücktes Hobby. Wie denkt dein Umfeld zu deinem Hobby?

 

Da ich schon seit Jahren Reenactment betreibe, hat sich mein Umfeld nicht besonders gewundert, dass ich nun auch noch Kostüme nähe, baue und damit durch die Gegend laufe. Ich hatte schon immer andere Interessen als der Rest, Games, Rockmusik, Mittelalter, SciFi, Tattoos etc. daher war es für Familie und Freunde eher normal. Selbst auf der Arbeit gehen alle locker damit um und wollen Bilder von neuen Werken sehen.

 

5. Welche Aspekte machen deiner Meinung nach ein wirklich gutes Cosplay aus? Denkst du überhaupt, dass es gute und schlechte Cosplays gibt?

 

Ich denke, dass ein gutes Cosplay erreicht wurde, wenn alles zusammen passt. Das heißt, wenn der dargestellte Charakter zu 100% mit der Person darunter harmoniert und sich die Person mit dem Charakter identifizieren kann. Posing, Verhalten, Mimik und Gesten wirken dann einfach natürlich und real.

 

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6. Gibt es einen Werkstoff denn du schon immer mal ausprobieren wolltest? Wenn ja, weißt du schon was du damit anstellen möchtest?

 

Ich wollte schon immer mal mit Latex oder Silikon arbeiten. Genau das werde ich in diesem Jahr auch mit Hilfe einer Cosplayfreundin umsetzen. Für dieses Jahr steht nämlich Doc Meh Yewll aus der SyFy-Serie Defiance auf meiner Wishlist. Die Dame hat eine schuppenähnliche Haut und am besten lässt sich das durch eine dünne Silikonmaske umsetzen. Ich bin auf das Ergebnis gespannt, falls es überhaupt ein vorzeigbares geben wird und wir nicht eher eine Horrormaske produziert haben.

 

7. Was machst du außerhalb von Cosplay?

 

Neben Cosplay und Helden für Herzen, hat ja irgendwie auch mit Cosplay zu tun, mache ich leidenschaftlich gerne Reenactment. Ich besuche im Sommer viele Mittelaltermärkte und lagere auch auf einigen. Mich hat da ganz besonders die Geschichte der Wikinger in den Bann gezogen. Irgendwie stimmt da alles. Meine Gewandungen sind daher Funden des 9 Jahrhunderts aus dem hohen Norden nachempfunden. Sonst schlägt mein Herz für meine drei Kaninchen, Moppel, Pebbels und Paul. Die drei nehmen einen großen Teil in meinem Leben ein. Und wenn dann noch Zeit ist, kümmere ich mich noch um meinen Freund *lach*.

 

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8. Cosplay ist ein sehr oberflächliches Hobby und oft wird an Äußerlichkeiten kritisiert wie: „Deine Figur passt nicht, die Piercings stören…“ und leider Einiges mehr. Wie denkst du darüber?

 

Ein Hobby ist dafür da, dass es Spaß macht. Äußerlichkeiten sollten da eigentlich keine Rolle spielen. Leider sieht die Realität aber anders aus. Kräftigere Mädchen werden blöd angemacht und Tattoos sowie Piercings sind generell schlecht. Geschmäcker sind doch verschieden, wäre ja öde, wenn wir alle gleich wären. So lange die Darstellung der Person selbst zusagt, ist doch alles super. Es ist etwas tolles, so selbstbewusst zu sein, dass man sich traut alles anzuziehen und auch mit ein paar Kilos zu viel einen Rock oder ein bauchfreies Oberteil trägt. Und hey, ich habe auch keine 90-60-90 Maße, trage aber trotzdem einen Muschel-BH. Das Thema Tattoos und Piercings betrifft mich regelmäßig. Arm, Bein und Dekolletee sind bei mir tätowiert und meine Unterlippe gepierct. Da ich die Sachen nicht abschminke und Piercings nicht rausnehme, war das Geschrei auch schon groß. Die Sachen gehören aber zu mir und für mich gehören sie dann auch zum Cosplay. Das gibt meinem Cosplay immer noch einen persönlichen Touch…. wo wir auch wieder bei dem Thema Harmonie mit dem Cosplay wären. Ein gutes Cosplay macht nicht die perfekte handwerkliche Umsetzung aus, sonders das Zusammenspiel von Person und Cosplay.

 

9. Welches deiner bisherigen Cosplays ist dein absoluter Liebling? Und warum?

 

Ganz klar Arielle im Ballkleid. Mir fällt es unglaublich leicht mich in den Charakter hineinzuversetzen und sich wie eine Prinzessin zu verhalten. Arielle bietet auch so viele Möglichkeiten! Ob sich drehen, mit dem Dingelhopper spielen oder in einem Berg von Kleid auf dem Boden sitzen! Gerade bei Kindern ist das ein riesen Spaß! Aber da ich nun anfange an einer eigenen Thor Version zu arbeiten, könnte sich das nochmal ändern.

 

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10. Was ist dein Traumcosplay und wirst du es irgendwann realisieren? Oder hast du es sogar schon realisiert?

Ich habe genau drei Traumcosplays, die ich alle noch nicht realisiert habe. Irgendwann werde ich es schaffen und einen Restro-Druiden aus World of Warcraft zu machen. Das möchte ich schon seit eh und je umsetzen, aber irgendwie ist es nie dazu gekommen. Ich denke, es wird hier auf eine PvP-Variante hinauslaufen. Das nächste sind Cosplays, wo ich sicher Rüstungsteile anfertigen lassen muss: ein Kull-Krieger aus der Serie Stargate-SG1 und ein weiblicher Predator.

 

11. Kommen wir zur letzten Frage: Du hättest die Möglichkeit eine internationale Convention zu besuchen. Welche wäre das?

 

Ganz klar Blizzcon und San Diego Comic-Con!

 

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Vielen lieben Dank für das tolle Interview. Wenn ihr mehr von der liebreizenden Rolana sehen möchtet, schaut unbedingt auf ihrer Seite vorbei!