Interview mit Rollekeks

Geschrieben am 24.03.2017 von Nina in Cosplayer Interviews

Die Caro hatte uns umgehauen mit ihrer Bewerbung. Sie fand nämlich, das es besser wäre sich persönlich vorzustellen und hat uns einfach ein Video geschickt. Das hat uns gefallen! Und da Caro sich schon vorher als sehr zuverlässig erwiesen hatte, haben wir gesagt: Die nehmen wir!
Und wir haben es nicht bereut! Wie Caro die Patenschaft empfunden hat und wie cool Japan’s Foto-Studio ist, erzählt sie euch hier!

 

 

1. Warum hast du dich für die myCostumes-Patenschaft beworben und was hast du dir von diesem Projekt erhofft?

 

Ich habe mich beworben, weil ich dachte, es ist doch ziemlich cool mal Sachen ausprobieren zu können ohne das man am Ende weint, wenn das Experiment doch nicht geglückt ist. Zwar taten mir meine Fehlschläge in der Patenschaft auch weh, aber nicht so sehr. Ein weiterer Grund war es, dass ich das Team von mycostumes vorher schon in anderen Projekten kennenlernen durfte und es unglaublich Spaß macht mit ihnen zusammen zu arbeiten. Und natürlich um Projekte realisieren zu können.

 

2. Was war das erste Projekt was du im Rahmen der Patenschaft angegangen bist?

 

Das erste Projekt war mein Mermaid-„Outfit“, welches ich angefertigt habe. Es war schon von Anfang nicht für mich gedacht, denn ich wollte es unbedingt fotografisch umsetzen und dabei hinter der Kamera stehen, deswegen musste die liebe Viola herhalten und sich ins kalte Wasser legen. Aber ich finde sie hats super gemacht und ich bin super zufrieden mit dem Ergebnis!

 

 

3. Durch die Patenschaft hattest du die Gelegenheit ein paar unserer Produkte auszutesten. Konntest du dich für ein Produkt besonders begeistern?

 

Ich habe mir so einiges bestellt, um auch einfach mal zu experimentieren. Besonders überzeugt haben mich aber das Kiomi-Make Up und die Posca-Stifte. Das Kiomi-Make Up benutze ich auch fast immer für mein Cosplay Make Up und manchmal auch im Alltag… und meine Mama, seitdem ich es ihr gezeigt habe auch!

 

 

4. Welches Cosplay möchtest du im Rahmen der Patenschaft noch unbedingt angehen?

 

Naja so viel Zeit ist ja nun nicht mehr, aber ich möchte eigentlich gerne meine kleinen Experimente noch zuende führen, um die Resultate präsentieren zu können.

 

5. In welchen Bereichen konntest du dich im Rahmen der Patenschaft weiter entwickeln?

 

Im Nähen war ich bisher auch nie so der Held, aber durch ein paar Sachen, die ich auch für die Patenschaft gemacht habe und besonders mein Valentines Outfit, habe ich meine Nähfähigkeiten um einiges verbessert und habe auch Spaß daran vor der Nähmaschine zu sitzen.(Das war vor zwei Jahren noch der totale Horror für mich x.x)

 

6. Sprechen wir über Cosplay. Wie hast du deinen Einstieg in die Cosplay-Szene gefunden?

 

Oh gute Frage… für Manga, Anime und PC-Spiele habe ich mich eigentlich schon immer interessiert. Auch in meiner Schulzeit habe ich auf Animexx immer die tollen Cosplays bewundert, aber da ich vom Land komme und das dort irgendwie niemand gemacht hat, ist es nie so richtig dazu gekommen. Das erste Mal, dass ich ein selbstgemachtes Kostüm anhatte, war in meiner Abi-Motto-Woche … Ich war Sailor Venus… Und ich war unglaublich stolz, obwohls ganz ganz schrecklich aussah!
Mein erstes richtiges Cosplay war dann Lightning (FFXIII), welches ich 2012 in Berlin auf ner ganz kleinen Con getragen habe und seitdem müssen mich die Leute in der Cosplaygemeinschaft ertragen.

 

 

7. Wenn du an ein neues Kostümprojekt ran gehst, wie gehst du da vor? Was ist das Erste was du machst?

 

Eigentlich mache ich immer erst das wovon ich denke „ok das wird schwierig“. Dann knüppel ich mich irgendwie dadurch (weil man dann denkt, dass man das Schlimmste hinter sich hat XD) und danach gehe dann den Rest an, von dem ich angenommen habe, es sei der leichtere Part. Manchmal stimmt das…. Manchmal aber auch nicht.

 

8. Gibt es Charaktere die du beim cosplayen bevorzugst? Worauf achtest du bei der Wahl des Charakters, den du umsetzen möchtest besonders?

 

Generell sprechen mich mehr die cooleren und weiblicheren Charaktere an. Eigentlich bin ich überhaupt nicht so der süße Typ… aber irgendwie haben es mir die Love Live – Mädels mit ihren tollen Outifits total angetan…. Aber von denen dann auch nur die Coolen, ja? Grundlegend muss mich der Charakter einfach irgendwo abholen und ich finde immer ein kleines bisschen von mir selbst in ihm. Egal ob stark mit cooler Ausstrahlung, Rüstung und Waffe oder Glitzer, Rüschen und ein bisschen kawaii. Es ist eh egal was ich anhabe… ein bisschen verrückt bin ich immer.

 

 

9. Cosplay setzt sich aus vielen Disziplinen zusammen. Man näht nicht nur, sondern man bastelt aufwendige Rüstungen und Waffen, stylt Perücken, verändert durch Make-up seine Gesichtszüge und präsentiert vor der Kamera möglichst authentisch seinen Lieblingshelden. In welchen dieser vielen Disziplinen hast du deine Stärken? Und in welcher Disziplin siehst du deine Schwächen?

 

Ich denke, ich bin ganz gut im Bereich Handwerkliches (Worbla, Resin, Modellieren,…) und Make-Up. Das macht mir auch am meisten Spaß und geht immer ganz gut von der Hand.

Wobei ich aber total versage, ist Perückenstylen. Ich habe bestimmt schon Unmengen an Perücken weggeschmissen, weil ich sie verschnitten, verklebt oder angebrannt habe…

 

10. Du hast es nicht nur vor der Kamera drauf, sondern auch dahinter. Kam deine Liebe zur Fotografie durch Cosplay? Oder hast du schon vorher gerne fotografiert?

 

Das Fotografieren habe ich erst angefangen, da ich es in der Uni musste. Und ich fand es anfangs auch ganz schrecklich, da ich es zuerst auch nicht so richtig begriffen habe was Blende, Verschlusszeit und der ganze andere Kram ist und was er bewirkt. Aber wie es nun mal in der Uni ist, musste ich eine Abschlussarbeit anfertigen und mich damit mehr auseinandersetzen. Und als es dann „KLICK“ bei mir gemacht hatte, war ich Feuer und Flamme und Cosplay-Fotografie lag dann sehr nahe. Ich wollte dann unbedingt die Fantasiewelten der Cosplayer erschaffen und wissen wie man retuschiert. Naja und dann war es ganz viel Üben, Tutorials und Trainings schauen und selber machen.  Und damit kam dann auch die Leidenschaft fürs Fotografieren.

 

 

11. Hand aufs Herz: Viele Cosplayer haben angefangene Kostüme, die nie zu Ende genäht worden sind. Entweder weil der Hype vorüber war, oder es einfach nicht so funktioniert hat, wie es funktionieren sollte. Wir nennen die Ecke mit den Kostümen ja gerne „Die Ecke der Schande“. Hast du auch solch eine Ecke? Oder gehörst du zu den wenigen Leuten, die Kostüme tatsächlich auch zu Ende bringen?

 

Ganz ehrlich: Momentan liegen dort zwei Kostüme. Das eine will ich unbedingt noch zuende machen (nur die Arbeit daran macht so viel Dreck)… und bei dem anderen (Vulnona Gijinka) bin ich mir gar nicht mehr so sicher xD obwohl es zu 70% fertig ist, bin ich total unzufrieden damit und mag es auch gar nicht anfassen. Aber vielleicht ändert sich das nochmal.
Aber sonst bin ich jemand der Dinge, die er beginnt auch fertig macht bevor er was anderes anfängt, ansonsten würde ich auch einen riesen Anranzer von meiner besseren Hälfte bekommen, wenn ich zuviel Stuff für Neues kaufe ^^“.

 

12. Du hattest bereits Gelegenheit Japan zu besuchen und konntest dort eines der tollen Fotostudios nutzen. Erzähl doch mal wie es dort abläuft! Denkst du, solch ein Studio würde sich in Deutschland lohnen?

 

Also mein ganzer Japan-Trip war mega und ich spare auch schon wieder auf den nächsten 
Um in ein Haco-Stadium (so heißt die Kette der Fotostudios) zu kommen, muss man vorher einiges auf sich nehmen.
Man muss eine Mitgliedschaft beantragen (die aber kostenfrei ist) und das kann man entweder im Internet (aber nur auf Japanisch) oder man geht in eins dieser Studios und beantragt sie vor Ort. Wir sind damals nach Ikebukuro in ein kleines Studio gegangen und haben der netten Frau (die leider auch wieder kein Englisch konnte XD) mit Google-Übersetzer mitgeteilt, dass wir gerne eine Mitgliedschaft beantragen wollen. Hat geklappt, wir durften dann ein Formular ausfüllen und dann konnten wir uns unsere Mitgliedskarten aussuchen. Dann haben wir auch unseren 10h-Termin für den nächsten Tag auf unsere Karten buchen lassen und damit war der schwierigste Teil auch schon geschafft. Das Ganze hat pro Person ~35€ gekostet und ich finde das ist UNGLAUBLICH billig!!!!
Als wir am nächsten Tag ankamen, hatte ich dann die Möglichkeit mich in einem riesen Umkleideraum umzuziehen oder in eine kleine Einzelkabine zu gehen. Super ist auch,dass es dort Kosmetiktücher, Bürsten, Haarnadeln und noch einiges anderes umsonst gibt *-* sowie auch riesen Spiegel fast überall.
Einfach ein Träumchen. Dann haben wir die ganze Anlage erst mal begutachtet und OMG es war soo toll! ~30 Locations, die zum Fotografieren genutzt werden können. Ich muss sagen die 10Stunden, die wir da waren, sind im Flug vergangen und es hat so Spaß gemacht. Essen kann man da übrigens auch für wenig Geld und es schmeckt auch total gut.
Ich kann es nur jedem empfehlen dahin zugehen, der Spaß an Cosplay und Fotografieren hat!
Ein kleiner Tipp, der uns wirklich vieles erleichtert hat: Mobil Wifi und Google Übersetzer!!!
Wir konnten uns dadurch gut mit den Mitarbeitern verständigen, Speisekarten und Regelhefte für die Nutzung der Anlange übersetzen und es erleichtert auch im Alltag echt vieles (zb. Bahnfahrpläne oder das nächste Restaurant)

 

 

Und ob es sich in Deutschland lohnen würde… Mhh kann ich schwer sagen. Ich würde dort hinfahren und Geld bezahlen, um so etwas nutzen zu können und mich auch situationsgerecht verhalten. Nur leider ist die Mentalität in Japan eine andere, als hier in Deutschland. Man müsste mit Zerstörung und nicht Befolgen der Regeln kämpfen und das wäre glaube ich der Knackpunkt. Ich würde mich freuen, wenn sich so etwas entwickeln würde, da es ja auch so schon Themenstudios gibt, die aber nur begrenzt für Cosplay geeignet sind.

 

 

13. Und kommen wir zur letzten Frage: Wie bist du zu deinem lustigen Künstlernamen Rollekeks gekommen?

 

Das war damals in der 7./8. Klasse, als ich angefangen habe MMO ́s zu spielen und ich nach einem Spielername gesucht habe. Dann viel mir der dumme Witz „rollt ein Keks um die Ecke und bricht sich ́n Krümel“ ein und irgendwie ist dann Rollekeks entstanden ^^“ und seitdem ist das mein Pseudonym für alles und überall. Aber ich stelle mich sowieso immer mit „Hallo ich bin Caro“ vor, weil ich nicht mit Rollekeks angesprochen werden mag xD es ist eher so mein „Markenname“ als ein Rufname. Deswegen läuft meine Fotografen Seite auch unter dem Namen „Caro Wunderlicht“, weil ich wirklich lieber mit Caro angesprochen werde.

 

Danke an Caro für das tolle Interview. Wenn ihr mehr von Caro erfahren möchtet, schaut unbedingt auf ihrer Seite vorbei!