Interview mit The Cursing German

Geschrieben am 13.01.2017 von Nina in Cosplayer Interviews

Sarah fiel uns gleich mit ihrer direkten und gut gelaunten Art auf. Das mochten wir! Und mit ihr zusammen arbeiten auch. Denn Sarah ist echt motiviert, kreativ und wirklich ehrgeizig. Ihre Entwicklung fanden wir cool, und das wollten wir auch fördern. Darum ist Sarah auch unser Patenkind geworden. Uns freut es auch immer, wenn Sarah bei uns bestellt und fragt, ob wir ihr Brüste auf die Rechnung malen können. Das machen wir natürlich auch! Und weil die Chemie bei uns einfach passt, haben wir Sarah auch gerne bei uns. Wir möchten euch Sarah auch unbedingt vorstellen, darum haben wir ihr mal ein paar knackige Fragen gestellt!

 

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1. Warum hast du dich für die myCostumes-Patenschaft beworben und was hast du dir von diesem Projekt erhofft?

 

Ich kann mich an Materialien austoben/versuchen, die ich davor noch nie benutzt habe weil ich nicht die Gelegenheit dazu hatte oder mir schlichtweg das Geld dazu gefehlt hat. Erhofft habe ich mir eigentlich nichts großes außer Spaß am Basteln und Nähen.
Dank dieser Patenschaft habe ich allerdings ganz wunderbare Menschen kennengelernt. Alle sind talentiert und wahnsinnig kreativ. Die Patenkinder inspirieren mich mein Bestes zu geben und mich immer weiter zu steigern.

 


2. Was war das erste Projekt was du im Rahmen der Patenschaft angegangen bist?

 

Mein erstes Projekt was ich angefangen habe war Jericho (The Seven Deadly Sins ).
Leider ist dies noch nicht ganz fertig. Ich habe dafür Mari (Neon Genesis Evangelion) im Kimono umgesetzt und habe einen kompletten Kimono mit Blüten bemalt.
Mari stand zwar nicht auf der Liste aber wie das nun mal bei Cosplayern so ist, entstehen manchmal Projekte die eigentlich gar nicht geplant waren wie aus dem Nichts 😉

 

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3. Durch die Patenschaft hattest du die Gelegenheit ein paar unserer Produkte auszutesten. Konntest du dich für ein Produkt besonders begeistern?

 

Die Stoffmalfarben von Pébéo sind der Hammer! Auch das Programm PASST! von Goldenpattern hat mir in wahrsten Sinne des Wortes neue Welten geöffnet.
Allerdings muss ich gestehen, das Beste was ich bekommen habe ist die Stoffschere von Prym. Holy Moly das Ding schneidet Stoff, Fell und Kunstleder wie Butter.

 

4. Welches Cosplay möchtest du im Rahmen der Patenschaft noch unbedingt angehen?

 

Derzeit arbeite ich am Firekimono von Sakura (Tsubasa Reservoir Chronicles).
Ich möchte noch ein Projekt mit Bodypainting machen, was das sein wird weiß ich noch nicht genau aber ein Troll oder ein Goblin aus World of Warcraft sind schon in der engeren Auswahl. Auch möchte ich eine Vollrüstung + Schwer fertigstellen, dafür habe ich mich für eine Rüstung aus, ebenfalls, WoW entschieden.

 

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5. In welchen Bereichen konntest du dich im Rahmen der Patenschaft weiter entwickeln?

 

Das Nähen wir immer meine große Leidenschaft sein. Ich merke an jedem Kostüm wie ich mich weiterentwickeln. PASST! hat mir dabei ungemein geholfen.
Auch das liebe Worbla macht mir zwar immer noch Sorgen weil ich damit nicht so sauer umgehen kann. Aber ich über sehr fleißig und sehe das ich Fortschritte mache.

 

6. Sprechen wir doch mehr über Cosplay. Gibt es Aspekte auf die du während der Anfertigung eines Kostüms besonders viel wert legst?

 

Gerne! Über Cosplay kann man sich jahrelang unterhalten.
Bei mir ist es so: Ich lege sehr viel Wert bei meinen Cosplays auf Sauberkeit und das die einzelnen Materialien zusammen passen. Nein ich nicht perfektionistisch! (Haha, wer’s glaubt!?) Ich gebe mir nur sehr viel Mühe meine Stimmen im Kopf zu befriedigen!
Verteht das nicht falsch ich mache genau so Fehler. Krumme Nähte, Stoffkleber oder gewölbtes Worbla gehören zu meinen größten Geheimnissen. Man darf sie bloß nicht sehen. (aber Pssst!)

 

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7. Was war bisher deine größte Herausforderung der du dich stellen musstest?

 

Meinen Verlobten davon zu überzeugen das ein Cosplayzimmer SO aussehen muss.
Ihr wisst was ich meine! XD
Aber das Posen ist für mich jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung. Mimik und Gestik ist immer schwierig für mich richtig umzusetzen.

 

8. Cosplay setzt sich aus vielen Disziplinen zusammen. Man muss nicht nur nähen und basteln können als Cosplayer, nein! Sondern auch Perücken stylen, Make-up beherrschen und vor der Kamera posen können. Welche dieser vielen Disziplinen macht dir am meisten Spaß?

 

Das ich selber etwas erschaffen kann und zum leben erwecken kann. Das gesamte Paket macht mir Spaß. Müsste ich jetzt aber eine Tätigkeit gezielt auswählen wäre es das Nähen und das Anmalen.

 

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9. Wie lange sitzt du durchschnittlich an einem Kostüm?

 

Zu lange, weil ich wahnsinnig langsam arbeite. Leider steigere ich mich auch manchmal so rein, das es „perfekt“ werden muss das ich manche Teile mehrmals nähe oder bastel.
Ich würde aber sagen, dass ich zwischen 3 Wochen und 4 Monaten an einem Cosplay arbeite.

 

10. Gibt es einen Werkstoff denn du schon immer mal ausprobieren wolltest?

 

Worbla Transpa Art, ich hab zwar schon ein bisschen damit gespielt aber ich will endlich damit was richtiges basteln.

 

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11. Du hattest erzählt, dass du ein Jahr lang in Amerika gelebt hast. Wie hast du die Community dort wahr genommen? Und worin unterscheidet sie sich zur deutschen Community?

 

Also erstmal vorweg, in jeder großen Gruppe gibt es Zickereien. Allerdings habe ich das in den USA nie mitbekommen.
Ich bin als Wonderwoman auf die DragonCon gegangen und wurde von so vielen Menschen angesprochen und gelobt für mein Cosplay. Sie teilten die Begeisterung/ Liebe für diesen Charakter und urteilten nicht ob mein Kostüm nicht perfekt genäht war, ob mein Worbla wellig war oder ob mein Cosplay gekauft ist. Sie verurteilten auch nicht mein holpriges Englisch, sondern empfanden es als klasse jemanden aus einem anderen Land vor sich zu haben. Die Menschen haben mich ohne mich zu kennen aufgenommen. Solche Momente erlebe ich selten auf deutschen Cons. Vielleicht weil wir ein größeres Konkurrenzdenken haben und mehr auf das Cosplay achten anstatt auf den Menschen dahinter? Ich weiß es nicht. Wir teilen alle eine Leidenschaft beim Cosplayen: Fandom für den Charakter/ Anime/ Manga/ Game ect. Das sollten wir nicht vergessen.

 

12. Hattest du die Chance in Amerika an deinen Cosplays zu basteln? Wie sieht es dort drüben mit der Materialbeschaffung aus? Kommt man dort leichter an gutes Material ran, als in Deutschland?

 

Ich habe das erste halbe Jahr nichts genäht oder gebastelt. Es hat mich innerlich zerfressen.
Also habe ich mir eine billige Nähmaschine gekauft und habe angefangen Stoffe im Fabric District zu suchen. So sind zwei Cosplays entstanden. (Meine Wonderwoman und Valkyrie.)
Jeder Cosplayer der New York besucht sollte sich die Zeit nehmen und einen ganzen Tag einfach mal durch dieses Viertel zuschländern. Es gibt so viele tolle Stoffe und Borten, in allen Farben und Formen. Wer das nötige Kleingeld hat, geht arm aber glücklich nachhause 😉
Wer nicht so viel ausgeben möchte den kann ich JoAnn’s empfehlen. Ein Stoffladen der auch die Stoffe von Yaya Han vertreibt und wirklich ALLES was das Thema Nähen betrifft hat.
Auch Home Depot (ähnlich wie ein Baumarkt) ist voll mit allen möglichen Bastelmaterialien. Dort kaufte ich meine Acrylfarben. Ich kann nur berichten wie es ist Materialien in New York ist aber ich denke das man leichter an mehr Materialien kommt. Allein schon deswegen weil die Auswahl größer ist.

 

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13. Und kommen wir zur letzten Frage: Dein erstes Cosplay hängt immer noch in deinem Schrank. Wie bist du damals ran gegangen und wie gehst du heute an deine neuen Projekte an? Was hat sich verändert?

 

Seit damals ist viel passiert und ich habe so viel neues dazu gelernt, doch etwas hat sich bei der Auswahl meine Kostüme nie geändert: MIR muss das Design des Outfit gefallen
+ICH muss mich darin wohlfühlen. Passt auch noch der Charakter der Figur dann wird es umgesetzt. Allerdings nur dann wenn ich die passenden Materialien finde (und bezahlen kann). Materialbeschaffung war damals nie ein großes Thema, es wurde das gekauft was grad da war. Heute kaufe ich nicht die erst beste Perücke oder setzt Pannesamt mit richtigen Samt gleich. Ja und 25€ pro Meter für Seide ist auch schon passiert. Aber mir ist es das Geld wert und ich arbeite auch gewissenhafter wenn ich weiß das das Material teurer als normal war.

 

Vielen Dank für das Interview. Wenn ihr mehr von Sarah sehen möchtet, schaut unbedingt auf ihrer Seite vorbei!