Nier – Ein kleines Juwel der Gamerwelt

Geschrieben am 10.03.2014 von Admin in Games Japan und Lifestyle

Review Nier

 

Nier ist ein Action-Rollenspiel das von Cavia entwickelt und von Square Enix verlegt wurde. Am 23. April 2010 wurde es für die Xbox 360 und die Playstation 3 in Europa veröffentlicht.

Insgesamt erhielt Nier eher mäßige Bewertungen aufgrund der Grafik, die sehr an die PS2-Optik erinnerte.

Zugegeben mag dies auch eher abschreckend wirken. Trotzdem finden wir, das Nier ein sehr gelungenes Spiel ist auf Grund der Story, der epischen Musik und den liebevoll gestalteten Charakteren.

 

Kommen wir zunächst einmal zur Story. In der Welt von Nier hat die Runenpest es beinahe geschafft die komplette Menschheit auszurotten und damit nicht nur die Zivilisation ein Ende zu setzen, sondern auch die Erde bis zur Unkenntlichkeit zu verwüsten.

Durch diese Welt streift der Held Nier, fest entschlossen ein Heilmittel für seine erkrankte Tochter Yonah zu finden. Ihm zur Seite stehen ein magisches schwebendes Buch Grimoire Weiss, eine junge Frau Kainé und der verfluchte Junge Emil.

 

Ihr bewegt euch in einer Open World Welt in der ihr zahlreiche Quests erledigen könnt, Dungeons erforscht und euch durch schattenhafte Monsterhorden schlachtet. Und wenn ihr gar nicht wisst, was ihr mit eurem Helden anfangen sollt, könnt ihr angeln oder eure Zeit mit Felder bestellen vertreiben.

Jede Quest lohnt sich! Nicht nur das sie Geld und XP bringen, nein, sie beleuchten auch traurige Schicksale einzelner Charaktere. Und wenn man eines in der Welt von Nier lernt, es gibt dort kein Glück. Das macht auch vermutlich den Charme des Spiels aus (neben dem Geschimpfe von Kainé)!

 

Review Nier

Durchstreift man die zerstörte Welt, untermalt von dem epischen und leicht melancholischen Soundtrack und erlebt die einzelnen Geschichten der Charaktere mit, geht einem jedes einzelne Schicksal nahe. Die Themen Opferbereitschaft, Selbsthass, Unausweichlichkeit des Schicksals, Vorurteile oder der Umgang mit dem Tod, sowie der eigenen Sterblichkeit, werden in den Gesprächen und Zwischensequenzen sensibel behandelt.

Ja, bei einigen Szenen mussten auch wir das ein oder andere Tränchen wegdrücken! Und allein das ein Spiel in dem Spieler solche Emotionen auslösen kann ist es durchaus spielenswert!

 

Trotz der nur durchschnittlichen Grafik muss man Nier auch seine visuellen Highlights zugestehen. Cavia spielt mit dem Einsatz durch Licht. Sei es ein gleißender Sonneneinfall bis hin zu kaltem Neonlicht bestrahlten Gewölbe, eine passende Atmosphäre ist immer gegeben. Auch der Schwarz-Weiß-Filter im Herrenhaus überrascht und sorgt zusammen mit den meist festen Kameraeinstellungen fast schon für ein Resident Evil-Gefühl. Der vom Design vorgegebene Wechsel von der dritten in die zweite Dimension bietet ebenfalls für eine angenehme Abwechslung. Betritt man z.B. ein Gebäude oder Zimmer, wechselt die Kamera in die Seitenansicht und sorgt damit für ein Retro-Gefühl. Dieses wird noch verstärkt, wenn man in dieser Ansicht mitunter fordernde Jump’n Run Passagen meistern muss.

Leider war die Gestaltung der Welt nicht ganz so einfallsreich. Man betritt Dungeons mindestens zweimal auf Grund der Quests und des Storyverlaufs. Auch die Weltkarte hätte man besser gestalten können. Mehr zerstörte Gebäude aus der alten Welt, würden die Wiesen und Felder epischer wirken lassen.

 

Review Nier

 

Allerdings kann man über die Gestaltung der Welt und mittelmäßigen Grafik hinweg sehen, denn die Begleiter und Charakter verleihen dem Spiel den eigentlichen Charme. Schon alleine, wenn man die CD in die Konsole einlegt, das Spiel startet und man direkt mit Kickass-Kainés Geschimpfe konfrontiert wird. Die hübsche Lady mit mysteriösen Hintergrund sorgt als kleiner (ähhh! großer) Rohrspatz für einige Lacher.

Auch Grimoire Weiss überzeugt mit seinem Charakter und seiner Stimme. Und mit Emil erlebt man solch eine tragische Charakterentwicklung, wie man es aus keinem Spiel kennt.

 

Unser Fazit – Das Action-Rollenspiel Nier hat eine Geschichte und einzigartige Charaktere, deren Tiefgang, Themen und Emotionalität nahezu einzigartig in diesem Genre sind. Dadurch kann man über die Grafik und Einfallslosigkeiten der Dungeons hinweg sehen. Wer also neben Gegner-Gemetzel auf herzergreifende Zwischensequenzen und tiefgründige Storys steht, sollte Nier auf jeden Fall eine Chance geben!