WFA Beginner Guide

Geschrieben am 25.04.2016 von Nina in Thermos und Heißluftpistole Tutorials

Die thermoplastischen Materialien aus dem Hause Cast4Art sind von Conventions nicht mehr weg zu denken. Eine großartige Rüstung nach der anderen schießt aus dem Boden! Aber nicht nur Rüstungen werden aus Worbla’s Finest Art (WFA)/Worbla’s Black Art (WBA) gemacht, sondern auch beeindruckende Props und fantastische Accessoires.
Obwohl die Bastelarbeiten auf dem ersten Eindruck alle schwierig erscheinen, ist der Umgang mit den Thermos gar nicht so schwer! Wir möchten euch mit diesem Blogeintrag ein wenig die Angst nehmen und euch Stück für Stück die Welt der Thermos von Cast4Art einführen. Beginnen wir mit Worbla’s Finest Art!

 

Was ist Worbla’s Finest Art?
Worbla’s Finest Art (kurz WFA) ist eine thermoplastische Platte aus einem Mischgranulat aus Kunststoff und Holz. Diese wird mit einer Heißluftpistole erhitzt. Ab ca. 90°C ist WFA aktiviert und lässt sich verformen. In wenigen Minuten härtet WFA komplett aus und kann sogar geschliffen werden. Außerdem kann WFA beliebig oft erhitzt und bearbeitet werden.

 

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Warum Worbla’s Finest Art?
Vergleicht man Worbla’s Finest Art mit anderen Schaumstoffen, die auch gerne für Rüstungen verwendet werden, erscheint der Thermoplast etwas teuer. Allerdings lässt sich WFA nicht nur einfach verarbeiten, es ist dazu noch sehr stabil, leicht und kann jederzeit wieder erwärmt und verformt werden. Außerdem könnt ihr einzelne WFA-Teile durch Hitze miteinander verbinden. Ihr braucht also keinen zusätzlichen Kleber. Und warum wir das Material besonders mögen: Alle Reste können wiederverwertet werden. Die Schnipsel können zusammengeschmolzen und als Knetmasse für Details, Verzierungen, Ornamenten und vieles mehr verwendet werden!
Außerdem könnt ihr das WFA über Rundungen ziehen, da das Material flexibel ist. Mit einem Material wie Wonderflex war dies nur beschränkt möglich.
Das Material wird häufig für den Rüstungsbau eingesetzt.

 

Werkzeuge
Wenn ihr für eure Kostümprojekte Worbla’s Finest Art verwendet, braucht ihr eigentlich nur zwei Werkzeuge: Eine Heißlufpistole (kein Haartrockner!) um das Material zu erhitzen und eine scharfe Schere um das Material zuschneiden zu können! Eine Heißluftpistole bekommt ihr ab ca. 20 € im Baumarkt.

 

Da ihr mit Hitze arbeitet (so eine Heißluftpistole wird bis ca. 600° C heiß) wäre es ratsam, wenn ihr euch gescheite Schutzhandschuhe anzieht oder euch ein Schälchen Wasser daneben stellt. Ihr sollt euch schließlich nicht verbrennen! Die gibt es natürlich auch bei uns! (Klick mich!)

 

Ein nettes Nice-to-have ist ein Dremel und/oder ein Dreeicksschleifer um das Material schleifen zu können. Aber natürlich kommt man auch ohne aus!

 

Was bedeutet aktivieren eigentlich?
Worbla’s Finest Art besitzt als Thermoplast eine spezifische Aktivierungstemperatur. Wird diese Temperatur erreicht, wird das Material aktiv und ist verformbar. Es bleibt eine gewisse Zeit aktiv, selbst wenn es wieder unter die Aktivierungstemperatur fällt. Praktisch bedeutet das, dass man das Material zwar auf gut 90° C erhitzen muss um es zu aktivieren, aber es etwas abkühlen lassen kann und es dann auch mit bloßen Händen bearbeiten kann ohne sich zu verbrühen.

 

Der Kern
Um z.B. eine Rüstung oder Waffe stabiler zu machen, kombiniert man Worbla’s Finest Art mit einem zusätzlichen Material wie Moosgummi oder Pappe. Für eine gewisse Dicke wird auch gerne Plastazote, Styrodur oder andere dickere Schaumstoffe verwendet.
Das Kernmaterial wird mit Worbla’s Finest Art ummantelt. Moosgummi und Bastelpappe eignen sich für Rüstungen. Styrodur, Plastazote ab 10 mm und ähnlich dickere Schaumstoffe hingegen werden gerne für Waffen und andere Props verwendet. Wie man das Kernmaterial mit WFA kombiniert und welches Material, für was verwendet wird, erklären wir in einem anderen Beitrag ausführlich.

 

 

2 oder 3 Schichten
Wer von Worbla’s Finest Art schon einmal gehört hat, hat bestimmt auch schon mal was von der Sandwich-Methode gehört.
Bei der Sandwich-Methode bedeckt ihr den Kern von beiden Seiten mit einem etwas größeren Stück WFA und schneidet die Ränder ab. Diese Methode macht vor allem dann Sinn, wenn man die Props von beiden Seiten sehen soll.

 

Bei zwei Schichten arbeitet ihr mit einer Schicht des Kernmaterials und einer etwas größeren Schicht WFA. Das WFA wird mit einer Heißluftpistole erhitzt und auf das Kernmaterial gepresst. Der Rand von WFA wird sauber umgeklappt. Diese Methode eignet sich für leichte Rüstungen und ist dazu auch noch sparsam, da ihr weniger WFA verbraucht.
Beide Techniken werden wir natürlich noch anhand eines Tutorials näher erläutern.

 

Oberflächenbehandlung
Worbla’s Finest Art hat eine raue Oberfläche. Für Props mit einer rustikalen Optik ist das ziemlich cool, doch je nach Vorlage muss ein die Oberfläche glatt sein. Um die Oberfläche zu glätten, habt ihr verschiedene Materialien zur Auswahl.

 

Holzleim ist die günstigste und wohl gängigste Methode um die Oberfläche zu behandeln. Diese tragt ihr mit 4 – 5 Schichten dünn auf. Da der Leim schnell trocknet, müsst ihr zügig arbeiten. Gesso und Spritzspachtel sind weitere beliebte Methoden, um die Struktur zu glätten.
Wir persönlich haben die Modellierpaste und den schwarzen Glimmermörtel für uns entdeckt, wenn die Oberfläche ganz glatt sein soll.
Die Handhabung der Materialien und richtigen Bildbeispielen erläutern wir in einem anderen Beitrag näher.

 

 

Farben und Pinsel
Eine schöne Bemalung lässt euer Prop epischer und echter wirken. Um eure Rüstung zu bemalen braucht ihr Acrylfarbe, die ihr mit guten Haar- oder Acrylpinseln auftragt. Bevor ihr mit Farbe und Pinsel los legt, sollte euer Werkstück noch mit einem Sprühgrund in schwarz oder weiß grundiert werden. Wir finden das Grundierspray aus dem Gamesworkshop super. Dieser enthält nicht so viel Lösungsmittel und die Farben haften besser.

 

Eine weiße Grundierung lässt helle Farben leuchten. Eine schwarze Grundierung bringt Metallicfarben besser zur Geltung und lässt die Farben automatisch dunkler und schwerer wirken. Aber auch hier werden wir die Bemalung und Pinsel an Praxisbeispielen näher erläutern.

 

Resteverwertung
Wenn ihr mit WFA arbeitet, habt ihr immer kleine Schnipsel vom Zuschneiden übrig. Hebt diese unbedingt auf! Die könnt ihr nämlich wiederverwenden. Verwendet die Reste für Details, Verzierungen, Schmucksteine oder für anderes cooles Zeug! Hier seht ihr ein paar Beispiele:

 

Wir hoffen dieser Eintrag hat euch zumindest einen kleinen Überblick verschafft. In den nächsten Wochen, werden weitere Themen mit Praxisbeispielen näher erläutern. Seid gespannt!